Girls‘ Day – Auch Mädchen können Tischler werden

Mädchen und Handwerk passen nicht zusammen? Und ob! Anlässlich des Aktionstages „Girls‘ Day“ am 28. April 2022 erzählt uns unsere Kundenbetreuerin Kim von ihrem „untypischen“ beruflichen Werdegang und beweist, dass wir uns endlich von klassischen Rollenbildern lösen sollten.

Erziehungsarbeit ist Frauensache, Männer leisten körperliche Arbeit. Noch immer gibt es Berufe, die mit tief verwurzelten Geschlechterbildern verknüpft sind. Um diese Denkweise aufzubrechen, wurde 2001 der Girls‘ Day etabliert. Dabei handelt es sich um einen bundesweiten, jährlichen Aktionstag, an dem Mädchen die Möglichkeit haben, in „klassische“ Männerberufe hineinzuschnuppern. Seit 2003 erhalten Jungen beim Boys‘ Day entsprechend Einblicke in „typische“ Frauenberufe.

Eine Erfolgsgeschichte des Girls‘ Day ist die berufliche Orientierung von Kim Döring, die seit 2020 als Kundenbetreuerin zum WUM Brand Spaces Team gehört.


Hallo Kim, du hast gute Erfahrungen mit dem Girls‘ Day gemacht, erzähl doch mal!

Ich habe in der siebten Klasse das erste Mal an einem Girls‘ Day teilgenommen. Damals durfte ich beim Westdeutschen Rundfunk hinter die Kulissen schauen. Ursprünglich wollte ich mehr über die Arbeit in der Tontechnik lernen, aber in der Tischlerei fand ich es dann auch toll.

In der achten Klasse war die Teilnahme am Girls‘ Day bei uns an der Schule Pflicht. Ich habe mich schnell dazu entschieden, diesen Tag in einer Tischlerei zu verbringen.

Und hat es dir dort wieder gut gefallen?

Total, die Arbeit mit Holz hat mich nach wie vor fasziniert und viel Spaß gemacht. Im Sommer habe ich dann eine ganze Woche Praktikum gemacht.

Danach war klar, dass ich mein dreiwöchiges Schulpraktikum in der neunten Klasse auf jeden Fall wieder in einer Tischlerei machen werde. Während des Praktikums habe ich dann auch direkt einen Ausbildungsplatz angeboten bekommen, den ich natürlich angenommen habe!

Wow, da hat der Girls‘ Day ja wirklich eine Leidenschaft geweckt! Hattest du davor schon Berührungspunkte mit Handwerk?

Ich habe als Kind schon gerne mit meinem Vater gewerkelt.
Als ich mich dann für die Ausbildung zur Tischlerin entschieden habe, meinte meine Familie auch, dass es in meinen Genen liegt. Mein Opa, dem ich wohl vom Wesen her sehr ähnele, war bereits Tischlermeister.

Nach der Ausbildung hast du dich dazu entschlossen, dich noch weiter zu bilden.

Ja, ich habe mein Fachabitur gemacht und habe mich eigentlich Richtung Innenarchitektur orientiert. Wir haben dann aber in der Schule Unterlagen von Berufsakademien bekommen, unter anderem von der Berufsakademie Melle. Dort habe ich dann mein duales Studium als Ingenieur für Holztechnik mit Schwerpunkt Möbel/ Innenausbau absolviert.

Du hast also direkt einfach mal zwei „Männerdomänen“ erobert, erst Handwerksausbildung und dann auch noch ein Ingenieurstudium!

Ich denke, jede/r sollte der eigenen Leidenschaft folgen, ganz egal, ob diese den gesellschaftlichen Normen entspricht oder nicht. Abgesehen davon, dass diese in unserem Zeitalter gar nicht mehr existieren sollten.

Absolut!
Nach dem Studium hast du dann deine Karriere im Messebau gestartet, erst in der Projektleitung und jetzt seit zwei Jahren in der Kundenbetreuung. Inwieweit kannst du deine Erfahrung aus der Holzbearbeitung hier einbringen?

Durch meine praktische Erfahrung habe ich ein gutes Gespür dafür, was funktioniert und was vielleicht auch nicht, so dass ich meine Kunden entsprechend beraten kann. Auch hilft es, dass ich die Produktionsabläufe genau nachvollziehen kann und entsprechend den Arbeitsaufwand gut einschätzen kann.

Zudem bist du auch schon in unserer Schreinerei eingesprungen, um Produktionsverzögerungen zu verhindern, als mehrere Kollegen gleichzeitig coronabedingt ausgefallen sind. Das ist Teamgeist, auch an dieser Stelle noch einmal danke dafür!

Und vielen Dank für das Gespräch, liebe Kim!


 

Bei WUM Brand Spaces ist jede Person, unabhängig des Geschlechts, der Nationalität oder der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters sowie der sexuellen Identität, herzlich willkommen. Daher freuen wir uns über Initiativen wie Girls‘ und Boys‘ Day, die dabei helfen, die Arbeitswelt inklusiver zu machen.

Wir freuen uns immer über neue Kolleginnen und Kollegen, die unser Team bereichern. Wir bieten interessante Aufgaben in der Produktion, der Gestaltung und im kaufmännischen Bereich, so dass jede Person ihre individuellen Fähigkeiten optimal einbringen kann.
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