Better Stands verändert gerade, was im Messebau als selbstverständlich gilt.
Und das betrifft jeden, der mehrere Messen im Jahr plant.
Mehrere Auftritte pro Jahr, ein Budget, das jedes Mal neu verteidigt werden muss, ein ESG-Bericht, der nach Belegen fragt – und mittendrin die Frage, ob der Stand, der bisher funktioniert hat, das auch in drei Jahren noch tut. Genau hier setzt Better Stands an.
Was vor zwei Jahren Sonderwunsch war, wird in drei Jahren Standard – und die Rahmenbedingungen ziehen schneller an, als viele Planungen nachkommen.
Veranstalter verankern Nachhaltigkeitskriterien in ihren Teilnahmebedingungen. ESG-Reporting wird ab einer bestimmten Unternehmensgröße zur Pflicht, nicht zur Kür. Und über mehrere Messen hinweg fällt die Kostenrechnung zunehmend gegen den klassischen Einwegstand aus. Die Frage ist damit selten ob, sondern wann der Umstieg ansteht – und ob er strategisch geplant oder unter Zeitdruck nachgeholt wird. Wer ihn früh denkt, gestaltet ihn. Wer ihn aufschiebt, baut ihn irgendwann gegen die Uhr.
Was Better Stands eigentlich ist
Better Stands ist eine internationale Initiative, die Messestände nach belegbaren Kriterien bewertet – von der Materialwahl über die Wiederverwendbarkeit bis zur Entsorgung. Bewertet wird in Stufen, geprüft wird extern. Der entscheidende Punkt: kein selbst vergebenes Label, sondern Daten, die einer Reporting-Pflicht standhalten.
Vom Einwegstand zum Kreislauf
Jahrzehntelang war „Build & Burn“ Standard: Ein Stand wird für eine Messe gebaut und danach entsorgt. Better Stands setzt dagegen auf Wiederverwendung – und hier liegt ein Unterschied, der über alles entscheidet: Reuse ist nicht Recycling. Recycling zerlegt einen Stand, um aus den Resten etwas Neues zu machen – aufwendig und mit hohem Energieverlust. Reuse heißt: Derselbe Stand wird mehrfach eingesetzt, aufbereitet, neu bespielt. Die ökologisch wie wirtschaftlich deutlich bessere Stufe.
Die Bewertungsstufen
Bewertet wird vom Einstiegsniveau bis zur höchsten Stufe – je nachdem, wie konsequent ein Stand auf Wiederverwendung, Materialwahl und Lebenszyklus ausgelegt ist. Jede Stufe steht für nachweisbar erfüllte Kriterien, nicht für eine Absichtserklärung.
Better Stands löst nicht nur ein Problem, sondern drei – für drei Sichten im Unternehmen.
Für das Marketing verschiebt sich der Planungshorizont: Der Auftritt wird über den Lebenszyklus gedacht, nicht pro Messe. Für den Einkauf verändert sich die Kostenlogik: höherer Anfangsaufwand, niedrigere Gesamtkosten über mehrere Einsätze. Und für die Geschäftsführung wird aus einem Marketingposten ein prüfbarer Beitrag zum ESG-Ziel.
Und der wahre Hebel ist nicht der, den man erwartet.
Wenn das Wort Nachhaltigkeit fällt, ist es selten das Argument, das die Entscheidung trägt. Drei andere ziehen im internen Pitch umso mehr:
Wirtschaftlichkeit
Ein modularer Stand amortisiert sich über zwei bis vier Einsätze. Wer mehrere Messen im Jahr fährt, rechnet ihn gegen den Einwegstand — und die Rechnung fällt eindeutig aus.
Compliance
Eine externe Zertifizierung liefert prüfbare Daten fürs Reporting – nicht behauptet, sondern belegt.
Markenrisiko
Sichtbare Marken werden auf ihren Auftritt beobachtet. Behauptete Nachhaltigkeit ohne Beleg fliegt auf. Eine externe Bewertung schützt davor.
Die ehrlichere Story ist deshalb nicht „rettet die Umwelt“, sondern „verteidigt das Budget, erfüllt die Reporting-Pflicht und sichert die Marke ab“. Die ökologische Wirkung kommt obendrauf – sie ist das Ergebnis, nicht der Verkaufsgrund.
Das Wirtschaftlichkeits-Argument steht und fällt mit den Zahlen. Genau die liefert die Drei-Jahres-Rechnung – inklusive des Wendepunkts, ab dem sich der modulare Stand rechnet.
Silber mit OBO – Better Stands, real umgesetzt.
Reden über Nachhaltigkeit kann jeder. Gemeinsam mit OBO haben wir einen Messeauftritt umgesetzt, der nach den Better-Stands-Kriterien extern bewertet wurde – und die Silbermedaille erhalten hat.
Das Entscheidende: Die Bewertung funktioniert nur, weil der Stand von Anfang an auf Mehrfacheinsatz ausgelegt war. Better Stands beginnt nicht in der Werkstatt, sondern in der ersten Entwurfsentscheidung. Und der Wert – wirtschaftlich wie ökologisch – entfaltet sich erst über mehrere Einsätze hinweg.
Silber ist für uns kein Ziel, sondern ein Zwischenstand. Die nächsten Projekte stehen bereits in den Startlöchern.
Better Stands am eigenen Auftritt durchgerechnet.
Die Drei-Jahres-Rechnung zeigt das Prinzip an einem typischen Stand. Die echte Rechnung entsteht am konkreten Projekt – mit den tatsächlichen Standmaßen, dem realen Messekalender und dem geplanten Lebenszyklus. Wer den nächsten Auftritt über mehrere Messen plant, für den lohnt sich der Blick früh – am besten schon im Entwurf, denn genau dort entscheidet sich, ob ein Stand Better-Stands-fähig ist.