Es interessiert sich keiner mehr für Messen … oder?!

100 Jahre Anuga Messe? Das schaue ich mir auch mal an!

Wieso zu einer Messe gehen, wenn ich mir doch alles online anschauen kann? Ja, genau! Das habe ich mich bis zum heutigen Tage auch gefragt. Ich bin 25 Jahre alt und muss zugeben, in meinem ganzen Leben noch nie auf einer Messe gewesen zu sein. Das hat sich am 13. Oktober 2019 geändert. Ich kann mich jetzt stolz Besucherin der Anuga Messe in Köln nennen.

Was für ein Tag! Kurz zur Erklärung: Die Anuga ist eine der größten Lebensmittel-Messen weltweit (für mehr Information siehe auch hier). Sie findet alle zwei Jahre statt und hatte 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum.

So war ich eine der glücklichen Besucher dieses besonderen Messereignisses. Ich habe das Konzept ,,Messe“, als selbsternannter ,,Online Shopping-Specialist“, tatsächlich unterschätzt.

Durch die Digitalisierung und die immer weiterwachsende Vernetzung, sind es die Menschen meiner Generation gewohnt, schnellen Zugriff auf alles zu haben – zu jeder Zeit und an jedem Ort. ,,Dieses Teil bestelle ich mir einfach in drei Farben, Größen, Formen und das, was mir nicht gefällt, schicke ich zurück“. Das gilt für Klamotten, Elektro-Geräte, Beauty-Artikel und alles was das Herz begehrt.

Ein Shopping-Paralleluniversum: Die Messe

Raus aus der Komfortzone!

Nach heute stelle ich mir die Frage – übrigens nicht zum ersten Mal – wieso wir die Sachen nicht einfach öfter im Laden anprobieren, testen und hautnah zu erleben? Ich stelle immer wieder fest, dass es sich um eine Mischung aus Bequemlichkeit, Zeitdruck und mittlerweile vielleicht auch ein wenig Gewohnheit handelt.

Es wurde für mich also Zeit aus der Komfortzone von Laptop, Smartphone und Online-Shopping, wie zum Beispiel Zalando, Amazon und Flaschenpost zu entkommen. Wie ich heute herausfinden durfte, ist eine Messe, die perfekte Möglichkeit dafür!

Anuga Messe 2019

Die gebotene Auswahl ist endlos. Die Verkäufer sind mehr als engagiert. Es war, als würde ich ein Shopping-Paralleluniversum betreten.

Die überdimensionalen Räumlichkeiten erwecken das Gefühl eine andere Galaxie zu betreten – eine Galaxie ohne Grenzen an Angeboten. Hervorgerufen wird dies durch die unendlich vielen und teils sehr aufwändig präparierten Stände, gepaart mit face-to-face Interaktionen der Verkäufer. Hinzu kommt eine atemberaubende Variation an Produkten.

Alte Marken, neue Marken: Für jeden etwas dabei!

So kann man entweder Stände von bereits bekannten Marken, die eine neue Produktreihe auf den Markt brachten, besuchen oder Stände von Start-ups und Marken, die noch weniger bekannt waren. Letztere bemühen sich vor allem darum, auf den Radar der Besucher zu kommen.

Ihre Konzepte unterschieden sich zu den Marken, die bereits auf dem Markt etabliert sind. Bei diesen Marken geht es eher darum eine neue Produktkette vorzustellen oder sich neue Start-ups anzuschauen.

Das Grundprinzip ist jedoch immer das Gleiche: Erklärt bekommen, probieren und auf zum nächsten Stand. Mich hat das total abgeholt und ich kann es wirklich jedem empfehlen!

Anuga Messe 2019 Stände

Es fühlt sich einfach gut an, aus seinem Shopping-Alltag auszubrechen und so viele, unterschiedliche Produkte direkt vor Ort zu probieren. Außerdem finde ich die Interaktion mit den unterschiedlichen Verkäufern sehr interessant und habe Einiges an Informationen und unterschiedlichen Ansichten mitgenommen.

Die Anuga Messe – Lebensmittel nach jedem Gusto

Stellt Euch einmal vor, Ihr steht im größten Supermarkt, der Euch bekannt ist. Setzt noch ein Stockwerk obendrauf und nehmt ihn dann mal 13! Willkommen auf der Anuga Messe! Die ersten 10 Minute verbrachte ich zunächst damit, mich zu orientieren, denn es tummelten sich hier nur so die Messestände.

Das Angebot an Lebensmitteln war beeindruckend und überwältigend zugleich. Ich konnte so viele neue Dinge entdecken und probieren. Von Heuschrecken am Spieß bis zum neuesten ,,Cold Brew Coffee“ war für jeden mehr oder weniger abenteuerlustigen Besucher etwas dabei.

Ich habe mich vor allem von Produkten wie neuen Müsliriegeln, Smoothies und Superfoods faszinieren lassen. Es prasselten so viele Reize auf mich ein – Gerüche, Farben und Verkäufer, die ihre Konzepte erklärten.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und nachdem ich es geschafft hatte mir einen Lageplan zu ergattern, war mein Gefühl der Überforderung verflogen. Die Begeisterung der Verkäufer und der Besucher war spürbar und so war es einfach sich mit der Menge treiben zu lassen.

Willkommen im Schlaraffenland

Ich bekam recht schnell ein Gefühl dafür, wie man sich am besten orientierte und wo sich die Stände befanden, die mich am meisten interessierten. So konnte ich mein Erlebnis problemlos genießen. Ich unterhielt mich, probierte neue Dinge aus und hörte auch manchmal einfach nur zu oder beobachtete die anderen Menschen.

Ich freute mich wie ein kleines Kind, sobald ich eine mir bekannte Marke entdeckte, wie zum Beispiel Wholey (Smoothies umd Bowls, siehe Bild unten) oder Haferkater (Porridge und Kaffee) und lernte viele neue Marken kennen, wie zum Beispiel Cully & Sully (Suppen).

Anuga Messe 2019 Wholey

Der Höhepunkt folgte dann gegen Ende: Es war der letzte Tag der Messe und so fingen die Verkäufer an, all ihre Produkte zu verschenken. Ohne danach zu fragen, bekam ich Smoothies, Schinken, Riegel und vieles mehr geschenkt. Drei Tüten voller Essen und Trinken begleiteten mich nach Hause! Es war wie Weihnachten im Oktober!

Ich hätte mich sicherlich tagelang zwischen all den Superfoods, Gingershots und Proteinriegeln herumtreiben können. Mein Messeerlebnis war leider auf ein paar wenige Stunden begrenzt. Zu meinem Glück konnte ich ein paar Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen und so denke ich jetzt immer noch an den Tag, wenn ich beispielsweise einen meiner geschenkten Riegel probiere.

… Tipps für die Zukunft!

Ich habe mir selbst den Rat gegeben, nächstes Mal unbedingt mehr Zeit mitzubringen! Dadurch kann ich die Eindrücke noch intensiver aufnehmen und genießen. Ich nehme aber mit, dass es ein toller Anfang war, der mir einen ersten Ausflug in das Shopping-Paralleluniversum für einen Tag ermöglicht hat.

Nach meinem Ausflug, habe ich mich einmal eingelesen und begeistert entdeckt, dass es zu den verschiedensten Themen Messen gibt (weitere tolle Infos gibt es hier ). Ich kann es kaum erwarten, die Apps und Internetseiten zu schließen und mein nächstes Messeabenteuer zu beginnen!

Über die Autorin / Über den Autor

Cécile Pieper
Werksstudentin

Cécile Pieper absolviert aktuell ihren Master in Psychologie: Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft, an der Universität Mannheim. 2018 beendete sie dort bereits ihren Bachelor in Psychologie. Von 2017 bis 2018 war sie bei SAP im Bereich ,,Internal Learning", als Werkstudentin tätig. Seit September 2019 ist sie Teil der WUM Gruppe und arbeitet auch hier als Werksstudentin. Sie ist außerdem Teil der deutschen Feldhockeynationalmannschaft der Damen und gewann bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio mit ihrer Mannschaft die Bronzemedaille. Aktuell bereitet sie sich auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo vor.



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